Wien Grün

Wien ist grün. Im Wienerwald wandern, durch die Weinberge streichen, sich von der Wildnis der Lobau verblüffen lassen, auf den Wiesen des Praters lagern, das alles geht. Auch kulturhistorisch geben die Grünräume viel her. Kein Wunder, dass sie zu meinen Lieblingsführungen zählen. Der vielgestaltige, herbe Zentralfriedhof und das barocke Gesamtkunstwerk des Schönbrunner Schloßparks, ein Kontrast mit Reizen.

Der Zentralfriedhof

Sie wünschen sich Abwechslung nach Gebäuden aller Art, wollen sich im Grünen bewegen und trotzdem auf Schritt und Tritt von der Bestattungskultur in ihrer repräsentativen, innigen, staatstragenden, zeitgemäßen, ethnisch variierten, sezessionistischen Ausprägung erzählt bekommen? Da ist der Zetralfriedhof das Ziel Ihrer Wahl. Der zweitgrößte Friedhof Europas ist überkonfessionell, spiegelt alle Jahreszeiten wider, gruppiert sich um eine spektakuläre Jugendstilkirche und es ruhen dort vereint, die musikalischen Heroen.

Biedermeierfriedhof St. Marx

Der Biedermeierfriedhof St. Marx ist ein Kleinod, allerdings ziemlich verwildert. Man findet dort Ziergärtner, Fabricanten, Privatiers, Schausteller und bürgerliche Kanalräumersgattinnen.
Man findet den Erfinder der Nähmaschine Madersperger, ja und Mozart, wenn auch nur gruppenbegraben.

Man bewegt sich fort auf grasigen Wegerln unter meterhohem Fliedergebüsch.

Schlosspark Schönbrunn

35 Kilometer Hecken und hinter jeder Ecke eine Überraschung. Wer fühlte sich da nicht kaiserlich wohlgestimmt. Gartensäle, Kammergärten, Engelsbrunnen, Broderien, Taubenhaus und Sternbassin. Ob es heiß ist oder kühl, für beiderlei gibt es Alleen , die besonnten und die beschatteten. Des Teufels Großmutter wird sentimental, Egeria labt und rät und so richtig entschlossen schaut Hannibal drein.

Für Gartenfreunde, Kaiseraffine und Lustwandler.

Von Nußdorf nach Grinzing

Wollen Sie sich Ihrem Heurigenbesuch in Grinzing mittels kulturhistorischem Spaziergang annähern? Da käme die Endstation D in Nußdorf als Ausgangspunkt in Betracht. Unterwegs ist die Rede vom Wein, von der Zahnradbahn und von ihm, dem kreativen Spaziergänger schlechthin, ebendort, von Beethoven. So durchmessen sie einen Teil des 19. Bezirks, einem unserer schönsten.

Es gibt auch ein römisches Geheimnis.

Prater

Lustbarkeiten und Obskures, Ausfahrten des Adels, harmloses Tändeln und sensationslüsterner Klamauk, hier war immer alles verzahnt und das seit 250 Jahren. Riesig ist der grüne Teil des Praters mit Lagerwiesen, Donaualtarmen und der zielstrebigen Allee. Als moderne Komponente gibt es neuerdings die WU. Ganz schön überraschend, die Architektur.
Ein Spaziergang, der den Wurstelprater mit der WU und Teilen des grünen Praters verbindet, der ist fürwahr abwechslungsreich. Auch eine Gewichtung können Sie wählen und das Ganze geht auch per Rad.

Ich führe Sie auch per Rad in die Lobau
oder durch die Weinberge Salmannsdorfs hinauf zum Ausflugsgasthof „Häuserl am Stoan“.